Kollektivvertrag wien

Teilzeitarbeit in Österreich ist gesetzlich (Arbeitszeitgesetz) als jede Beschäftigung definiert, bei der die vereinbarte Wochenarbeitszeit im Durchschnitt unter der gesetzlich, tarifvertraglich oder baulichen Regelarbeitszeit liegt. Nach dem Günstigkeitsprinzip können Tarif- und Betriebsvereinbarungen nur eine kürzere normale Arbeitszeit vereinbaren. Seit 2007 (Änderung des Arbeitszeitgesetzes) wurde ein erhöhter Lohnsatz von 25 % für zusätzliche Arbeit (auch innerhalb der normalen Arbeitszeit) eingeführt. Zusätzliche Arbeit wird bis zur Grenze der normalen Arbeitszeit (40 Stunden pro Woche) definiert, daher beginnen die Überstundenvergütungssätze in der Regel über die 40-Stunden-Grenze hinaus, so dass die Änderung einen verbesserten Lohnsatz für Teilzeitarbeit unterhalb der 40-Stunden-Grenze eingeführt hat. Die Beschäftigung von Kindern (Minderjährige unter 15 Jahren oder vor Abschluss der Schulpflicht, je nach später) ist grundsätzlich verboten (nach bestimmten Bestimmungen sind Kinder ab 12 Jahren, die zu Hause oder in einem nahen Verwandten arbeiten, von dieser Regel ausgenommen). Somit ist 15 Jahre das Mindestarbeitsalter in Österreich. Im Allgemeinen gibt es keine formalen Voraussetzungen für den Abschluss eines Arbeitsvertrags. Wenn beide Parteien ihre Bereitschaft zur Aufnahme eines Vertragsverhältnisses angeben, kommt ein Arbeitsvertrag zustande. Die Formfreiheit ist ein grundlegendes Element von Arbeitsverträgen in Österreich, d.h. sie kann in mündlicher oder schriftlicher Form festgelegt werden. Auch ohne ausdrücklich definierte Bedingungen garantieren gesetzliches Recht und Tarifverträge Mindeststandards der Arbeitsbedingungen und müssen daher in jedem Arbeitsverhältnis berücksichtigt werden. Aus historischen Gründen (bittere Klassenkämpfe in der Ersten Republik, Erfahrungen des Austrofaschismus und des Nazi-Regimes) ist das charakteristische Merkmal der Zweiten Republik ein starkes Bekenntnis zum Prinzip der harmonischen Zusammenarbeit. Im System der Arbeitsbeziehungen fand dieses Prinzip organisatorisch Seinen Ausdruck in der Schaffung kollektiver Interessenorganisationen, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer vertreten, die weit über die parteipolitischen Linien hinweg und frei von Rivalität sind.

Die Grundstruktur dieses Engagements für eine harmonische Zusammenarbeit in Österreich ist das System der Sozialpartnerschaft. Im Hinblick auf die gesellschaftlichen Werte bedeutet dies die Bereitschaft der Regierung und der kollektiven Organisationen, alle sozialen und wirtschaftlichen Fragen zum Gegenstand von Verhandlungen zu machen, um zu einvernehmlichen Lösungen zu gelangen.