Telekom Vertragsverlängerung zu teuer

Eher: extrem teure Lizenzen (die aktuelle Auktionsrunde kostet ebenfalls sehr viel). Das gesamte Geld, das sie dort an den Staat zahlen, muss später wieder in den Verträgen eingebracht werden. Dodsworth, T. J., Baltrusch, V. S., Dallemagne, U., & Topf Aguiar de Medeiros, D. (2014). Eine vergleichende Studie über automatisch verlängerbare Verträge in Europa. Wirtschaftsrecht Review, 35, 93–100. Im deutschen Recht ist die Situation etwas anders. Erstens gibt es keine sektorspezifische Regelung für Mobilfunkverträge; das Telekommunikationsgesetz keine Bestimmungen über die Preisgestaltung enthält. Die allgemeinen Bestimmungen über Preiseskalationsklauseln in Verträgen basieren auf den gleichen europäischen Regeln wie im Vereinigten Königreich, wurden aber unterschiedlich ausgelegt. Section 308 Nr.

4 BGB verbietet einseitige Änderungsklauseln in Standardform, es sei denn, eine Zustimmung zu einer solchen Klausel kann vom Verbraucher unter Berücksichtigung der Interessen der anderen Vertragspartei vernünftigerweise erwartet werden. Dieses Verbot gilt für Klauseln, die nur die Verpflichtungen des Lieferanten ändern, nicht den dafür zu zahlenden Preis. In Deutschland gelten Klauseln, die nicht einzeln ausgehandelt werden und eine Preiserhöhung ermöglichen, für nichtig, wenn sie “dem Gebot des guten Glaubens […] unangemessen nachteilig” für den Verbraucher zuwiderlaufen (BGB Art. 307). Bei den Preiserhöhungsklauseln wenden deutsche Gerichte eine sehr hohe Schwelle an (Atamer 2017, S. 626), Kriterien, die “kein Marktteilnehmer mehr zu erfüllen scheint” (Rott 2013). Der Verbraucher hat das Recht, den Vertrag zu kündigen, wenn die Preiserhöhung fraktionsgleich über der Erhöhung der allgemeinen Lebenshaltungskosten liegt (BGH 1984). Um der Transparenzanforderung nachzukommen, gelten solche Klauseln weiterhin nur, “wenn die Befugnis des Fachmanns, den Preis zu erhöhen, von einer Kostensteigerung abhängig gemacht wird und die spezifischen Kostenelemente sowie deren jeweiliges Wiegen bei der Berechnung des Gesamtpreises offen gelegt werden” (ebd.). Der Mobilfunkanbieter sollte daher wichtige geschäftliche Informationen – seine Preisberechnungen – offenlegen, um eine Preiseskalationsklausel zu erreichen, die zu einer Preiserhöhung führen kann, ohne dass der Verbraucher ein entsprechendes Recht auf Kündigung des Vertrags hat.

Angesichts der strengen Auflagen gehen akademische Kommentatoren noch einen Schritt weiter und sagen, dass der Verbraucher bei jeder Preiserhöhung ein Kündigungsrecht haben muss (Zschieschack 2018). Die kürzlich eingeführte englische Praxis der Preiserhöhungen, die im Voraus im Einklang mit einem allgemeinen Preisindex vereinbart wurde, würde dem allgemeinen Verbot von Preisindexklauseln in Verträgen in Deutschland (Preisklauselgesetz) zuwiderfallen, da diese als Beitrag zur Inflation angesehen werden, eine breitere gesellschaftliche Betrachtung als ein Mechanismus des Verbraucherschutzes, der sich dennoch auf Verbraucherverträge auswirkt (Dodsworth 2015). Nach diesem Gesetz sind automatische Preiseskalationsklauseln nur unter sehr engen Umständen zulässig, und wenn ja, werden für mehrere Handelsbereiche Genehmigungsanforderungen auferlegt. Vor der Einführung des Euro war das Verbot automatischer Preiseskalationsklauseln nach der Preisklauselverordnung 1998 noch strenger. Generell ist die mobile Welt in Deutschland enorm unterentwickelt. Die Preise sind hoch, die reale Abdeckung ist ein Witz (vor allem außerhalb der Großstädte – aber auch innerhalb von Städten ist es oft wirklich schlecht) und die Vertragsbedingungen sind sehr zu Gunsten der Anbieter (Sie müssen Ihren Vertrag 3 Monate vor Ablauf kündigen, oder es wird um ein weiteres Jahr verlängert).